Die Zahntechniker Innung für den
Regierungsbezirk Düsseldorf

Versorgungsbeispiel

Welche Versorgungsmöglichkeiten gibt es?

Muss ein Defekt im Zahn verschlossen oder ein Zahn ersetzt werden, stehen viele Patienten vor der Frage, welche Versorgungsmöglichkeiten, welcher Zahnersatz für sie persönlich am besten geeignet ist. Wir wollen Ihnen hier einen kleinen Überblick über die verschiedenen Versorgungsmöglichkeiten verschaffen.

 

1. Zahnfüllung/Inlay

Bei einem kleinen Kariesdefekt entscheidet sich der Zahnarzt für eine Füllung (Amalgam oder Kunststoff) oder ein Inlay. Füllungen aus Amalgam oder Kunststoff kann ihr Zahnarzt ohne Mithilfe eines Dental-Labors vornehmen. Füllungen sind preiswert und werden in der Regel von der Krankenkasse bezahlt. Das Inlay ist eine individuell gefertigte Zahneinlage aus Kunststoff, Keramik oder Gold. Die Inlayversorgung ist verhältnismäßig aufwendig, weil die zu ersetzende Zahnsubstanz exakt erfasst werden muss, um Original-Form und Funktion Ihres Zahnes zu erhalten. Es bietet jedoch eine hochwertige und sinnvolle Alternative, um großflächige Füllungen aus dem umstrittenen Amalgam zu vermeiden. Im Gegensatz zur Füllung wird das Inlay im zahntechnischen Labor hergestellt. Das Inlay wird vom Zahntechniker mit höchster Präzision gefertigt und anschließend vom Zahnarzt ebenso sorgfältig in den Zahn einzementiert.

 

2. Festsitzender Zahnersatz

Ist beim Backenzahn die Kaufläche weitgehend zerstört, wird der Zahnarzt ein Onlay oder eine Teilkrone empfehlen. Diese ersetzen die Kaufläche und teilweise die Seitenflächen des Zahnes. Der Übergang zwischen diesen beiden Restaurationen ist fließend. Sowohl das Onlay als auch die Teilkrone werden im gleichen Verfahren hergestellt und vom Zahnarzt auf dem Zahn befestigt. Die Kaufläche und die Beziehung zu den Nachbarzähnen werden vom Zahntechniker funktionsgerecht nachgebildet.

Ist die Karies jedoch sehr weit fortgeschritten, muss der Zahnarzt so viel erkrankte Substanz entfernen, dass eine Versorgung mit einem Onlay oder einer Teilkrone nicht mehr möglich ist. Hier bietet sich mit der Überkronung des ganzen Zahnes eine sinnvolle Lösung an.

Eine häufig verwendete Kronenart ist die Vollgusskrone. Der Zahntechniker gießt sie individuell nach den Arbeitsunterlagen des Zahnarztes aus einer mundbeständigen Metall-Legierung. Kronen im sichtbaren Bereich werden aus ästhetischen Gründen mit Keramik oder Kunststoff in der Farbe der natürlichen Zähne verblendet.

Mit einer Verblendkrone kann der Zahn optisch ansprechend nachgebildet werden. Sie besteht aus einem Metall-Gerüst, das im sichtbaren Bereich Anteile für eine Verblendung ausspart. Bei der Präparation dieser Kronenform muss daher mehr Zahnsubstanz abgetragen werden als bei einer Vollgusskrone, damit der Zahntechniker das Metall im sichtbaren Bereich mit zahnfarbenen Massen ästhetisch hochwertig verblenden kann. Die Verblendungen können aus Kunststoff oder Keramik hergestellt werden.

Mantelkronen bestehen komplett aus einem nichtmetallischen Material, wie Kunststoff oder Keramik. Sie werden vorwiegend im Frontzahnbereich eingesetzt.

Auch wenn der Zahn durch Karies soweit zerstört worden ist, dass der Nerv entfernt werden musste, kann noch eine Überkronung erfolgen. Voraussetzung ist eine intakte Zahnwurzel, in die ein Stift versenkt wird. Dieser Stift übernimmt dann die Aufgabe des beschliffenen Zahnstumpfes. Auf ihm kann die Krone aufgebaut werden. Fehlt bereits ein Zahn oder fehlen mehrere Zähne kann diese Lücke mit Hilfe von Brücken geschlossen werden. Die fehlenden Zähne werden dabei durch Brückenglieder ersetzt. Die Brücke wird mit Hilfe von Kronen auf den die Zahnlücke begrenzenden Zähnen befestigt. Die fest eingesetzten Kronen und Brücken beanspruchen keinen zusätzlichen Raum. Sie vermitteln das Gefühl eigener Zähne.

 

3. Herausnehmbarer Zahnersatz

Bei der Standardlösung beim herausnehmbaren Zahnersatz wird die Prothese mit Hilfe von Metallklammern an den eigenen Zähnen befestigt und stellt dadurch die Kaufunktion weitgehend wieder her (Modellgussprothese).Leider gewährleistet diese Klammerbefestigung weder den Erhalt eigener Zähne noch einen optimalen Tragekomfort. Der Patient muss ein eventuelles Fremdkörpergefühl in Kauf nehmen.

 

Die Teleskop-Prothese und die Geschiebe-Prothese sind komfortablere Möglichkeiten des herausnehmbaren Zahnersatzes. Bei der Teleskop-Prothese werden die entsprechenden Zähne zunächst mit Unter-Kronen versorgt und geschützt. Die Ober-Kronen dienen zur Befestigung des Zahnersatzes und sind zusammen mit diesem herausnehmbar. Die Teleskop-Prothese zeichnet sich durch ihre exakte Passung und völlig unproblematische Handhabung aus. Sie gewährleistet ein absolut sicheres Kaugefühl ohne Fremdkörperempfinden.

 

Die Geschiebe-Prothese besteht aus Kronen mit Geschieben, d.h. einer Kombination aus festsitzendem und herausnehmbarem Zahnersatz. Der herausnehmbare Teil des Zahnersatzes ist über unsichtbare feinmechanische Hilfsteile an den Kronen befestigt. Passform und Handhabung eines Geschiebes sind perfekt. Auch ästhetische Wünsche können weitestgehend berücksichtigt werden. Ihr Zahnarzt berät Sie gerne in allen Einzelheiten.

Eine Vollprothese wird erforderlich, wenn die gesamte eigene Zahnsubstanz verloren gegangen ist. Ihre Aufgabe ist der vollständige Ersatz des natürlichen Gebisses und des Anteils an Zahnfleisch, der sich durch den Zahnverlust zurückgebildet hat.

 

4. Implantate

Beim Verlust von einem oder mehreren Zähnen bietet die moderne Implantologie Alternativen zu Brücken und Kronen. Das Zahnimplantat ist ein schraubenförmiger Stützpfeiler, der die natürliche Zahnwurzel ersetzt. Das Implantat wird in den Kieferknochen eingesetzt, wo es nach durchschnittlich 6-8 Wochen vom Knochen fest eingebettet sein wird. Der spätere Zahnersatz wird fest mit dem Implantatkörper verbunden. Wenn die anatomischen und medizinischen Voraussetzungen gegeben sind, kann jede Zahnlücke (selbst völliger Zahnverlust) mit Hilfe eines Implantats geschlossen werden.