Die Zahntechniker Innung für den
Regierungsbezirk Düsseldorf

Fallbeispiele

Wenn der Zahnarzt "14, 15 und 24, 25, 26 fehlen" sagt, dann ist das Können eines Zahntechnikers gefragt. Denn die Zahlen heißen nichts anderes, als dass im hinteren Bereich des Oberkiefers rechts zwei und links drei Zähne fehlen. Werden diese Lücken nicht geschlossen, droht Gefahr für die noch gesunden Zähne drumherum: Sie können in die Lücke kippen, Kiefergelenke und Kaumuskulatur angreifen. Um das zu verhindern, können Dentallabors heute verschiedene Möglichkeiten anbieten:

 

Lösung 1: Herausnehmbare Teilprothese aus Kunststoff mit abgestützten Klammern - die einfachste Lösung

Eine Teilprothese aus Kunststoff hält, weil sie zum Teil von der Schleimhaut des Oberkiefers getragen wird. Die abgestützte Prothesenbasis muss zudem dicht an den natürlichen Zähnen anliegen. Mit der Zeit kann allerdings die Schleimhaut gequetscht und geschädigt werden. Außerdem schädigen die Klammern die Zähne. Zudem hält diese Prothese aufgrund des Materials die volle Kaubelastung nicht auf Dauer aus.

In der Regel wird die partielle Kunststoffprothese deswegen nur als Übergangslösung eingesetzt. Leider geben sich immer wieder Patienten aus Bequemlichkeit oder falsch verstandener Sparsamkeit mit dem Provisorium als Dauerlösung zufrieden.

 

Lösung 2: Herausnehmbare Modellgussprothese - die preiswerte Lösung

Die Modellgussprothese mit Klammern hat eine erheblich bessere Qualität als die Kunststoffprothese. Der Rand der Gaumenplatte verläuft in ausreichendem Abstand zu den verbliebenen eigenen Zähnen und hilft so mit, deren Zahnbett dauerhaft zu erhalten.

Zur Befestigung des Zahnersatzes greifen Gussklammern, mit ihren elastischen Armen von innen und außen, um die Zähne links und rechts neben den Lücken, die so genannten Pfeilerzähne. Klammerauflagen stützen die Prothese auf dem übrigen Gebiss ab. Nachteile sind bei dieser Lösung, dass die Stützzähne durch die Klammern zusätzlich belastet werden und die sichtbaren Klammern die Ästhetik stören können.

 

Lösung 3: Herausnehmbare Modellgussprothese - überkronte Klammerzähne

Wenn der Patient ein kariesanfälliges Gebiss hat oder die Pfeilerzähne bereits große Füllungen haben, kann man sie durch Kronen vorbeugend schützen. Ansonsten gleicht diese Variante der Lösung 2.

 

 

 

 

 

 

 

Lösung 4: Herausnehmbarer, kombinierter Zahnersatz - die optimale Lösung

Diese Prothesen lassen sich an Kronen und Brücken verankern. Die starken Belastungen durch das Kauen werden über so genannte Teleskop- oder Doppelkronen sowie Geschiebe optimal auf das übrige Gebiss verteilt. Optisch störende Klammern entfallen dabei. Zudem schützt die Überkronung die verbleibenden Zähne. Vorteil dieser sehr hochwertigen prothetischen Lösung ist, dass sie einen sehr guten Tragekomfort bietet. Allerdings ist sie in der technischen Herstellung sehr aufwändig.

Neben der herausnehmbaren Prothese bietet die Dentaltechnologie noch einen anderen Weg, Zahnlücken zu schließen, der ohne die doch immer wieder störende Gaumenplatte auskommt:

 

 

Die Brücke als Zahnersatz

Lösung 5: festsitzende, mit Kunststoff verblendete Brücke

Eine Brücke wird mit Hilfe von Kronen an den angrenzenden Zähnen befestigt. In diesem Fall bezeichnet der Zahntechniker die Kronen als "Brückenanker", die angrenzenden Zähne als "Brückenpfeiler". Die Brücke selbst ist eine Metallkonstruktion, die meist aus Goldlegierungen hergestellt wird. Im sichtbaren Bereich wird sie mit Kunststoff oder Porzellan (Keramik) verblendet. Ziel ist eine optimale Ästhetik. Die fest eingesetzten Kronen und Brücken beanspruchen keinen zusätzlichen Raum. Darüber hinaus sind sie sehr angenehm zu tragen: Sie vermitteln das Gefühl eigener Zähne.

 

Lösung 6: festsitzende Brücke, vollkeramisch verblendet

Die in der Zahnmedizin verwendete Keramik hat natürlich nur entfernt etwas mit dem Porzellan auf dem Kaffeetisch zu tun. Spezialisten haben keramische Werkstoffe entwickelt, die zum Beispiel beim Space-Shuttle dafür sorgen, dass es in der Erdatmosphäre nicht durch Hitze und Reibung zerstört wird. Ähnlich spezielle Keramiken werden heute auch in der Zahnmedizin eingesetzt: Bei unserer 6. Lösung entspricht die Metallkonstruktion der vorangegangenen Variante. Jedoch bietet die Keramikverblendung zusätzliche Vorteile: Sie besticht durch ihr naturgetreues Aussehen. Außerdem nutzt sich Keramik im Gegensatz zu Kunststoff nicht ab. Das erhöht die Haltbarkeit und erlaubt eine weitgehende Verblendung der Brückenkonstruktion, auch der Kauflächen. Diese Lösung verlangt das ganze Können von Zahnarzt und Zahntechniker, da metallkeramische Arbeiten sehr aufwändig sind und mit größter Präzision durchgeführt werden müssen.

 

Lösung 7: Implantate

Beim Verlust von einem oder mehreren Zähnen bietet die moderne Implantologie Alternativen zu Brücken und Kronen. Das Zahnimplantat ist ein schraubenförmiger Stützpfeiler, der die natürliche Zahnwurzel ersetzt. Das Implantat wird in den Kieferknochen eingesetzt, wo es nach durchschnittlich 6-8 Wochen vom Knochen fest eingebettet sein wird. Der spätere Zahnersatz wird fest mit dem Implantatkörper verbunden. Wenn die anatomischen und medizinischen Voraussetzungen gegeben sind, kann jede Zahnlücke (selbst völliger Zahnverlust) mit Hilfe eines Implantats geschlossen werden.